Kodex > Bücher und Lieder > Dane und der Werwolf

Lasst mich singen von Helden und Ehre, verloren und gewonnen,
von Monstren und Menschen in allen Formen,
von Dane, einem Jäger ohnegleichen,
gefürchtet in Fereldens Wäldern,
der eines Herbstmorgens erspähte
einen gänzlich weißen Hirschen in wärmstem Sonnenstrahle,
der als des Jägersmannes Beute musste weichen.

Durch den grünen Wald liefen Hirsch und Jäger,
bis in längst vergess'nem Hain der Speer das Tier erlegt.
Doch hatte die Jagd im gold'nen Holz den Hunger geweckt
eines Werwolfs, einer Kreatur mit Menschenverstand.
Angelockt trat er vor und nahm in Anspruch
den Hirsch, der ihm gebühre als Tribut.
So verlangt's das vergoss'ne Blut.

Schweigend standen die beiden Jäger da.
Dane mit dem Speer gegen den Wolf und sein ganzes Rudel
wusste sinkenden Mutes, dass er verloren war,
bestimmt für die gewund'nen Wege des Nichts.
Dann sprach die Bestie, mit menschlicher Stimme:
"Ihr habt diesen Hirsch meinem Wald und meinem Rudel genommen.
Aber für alles muss bezahlt werden."

Die Wölfe umringten ihn, kamen immer näher, und er,
dessen Klinge Wildschwein und Bär nicht widerstanden,
fürchtete sich. Sie heulten seinen Namen
und boten ihm an einen monströsen Pakt:
"Sterbt hier, Jägersmann, allein
und vergessen, oder nehmt meinen Platz bei den Wölfen ein,
so wie ich den Euren bei den Menschen."

Und so geschah es.
Dane schloss sich in Wolfes Form dem Rudel an,
und der Werwolf eilte als Dane zu dessen Familie
Ein Jahr und einen Tag später erzählte er alles.
Doch manches versagt der Reue sich
,
bezahlter Preis unwiederbringlich,
wenn Herzen zerrissen, ist das unmöglich.

-- Aus der Sage Dane und der Werwolf, aufgeschrieben von dem Bänkelsänger Uccam, 4:85 Schwarzes Zeitalter.